Talk – Was die Welt zusammenhält: Ursula Strauss und Stefan Thurner

Shownotes

In dieser Folge von Was wir wissen präsentieren wir eine Aufzeichnung der Talk-Reihe "Was die Welt zusammenhält" mit Ursula Strauss und Stefan Thurner vom 4. Oktober 2024.

Die bekannte Schauspielerin und Sängerin Ursula Strauss und dem Komplexitätsforscher und Physiker Stefan Thurner vom Complexity Science Hub in Wien diskutierten am 4. Oktober 2024 im ORF Radiokulturhaus in Wien über Netzwerke und Kommunikation, die Fragmentierung der Gesellschaft durch die sozialen Medien und über Gemeinschaftssinn in schwierigen Zeiten. Durch den Abend geleitet hat der Moderator Günter Kaindlstorfer.

Diese Veranstaltung fand im ORF Radiokulturhaus Wien in Kooperation mit dem ORF Radiokulturhaus Wien und Radio Ö1 statt.

Veranstaltung: Was die Welt zusammenhält: Ursula Strauss und Stefan Thurner im Gespräch

Kontakt: podcast@fwf.ac.at

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Dieser Podcast ist im Auftrag des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF entstanden.

Redaktion und Produktion in redaktioneller Unabhängigkeit: Francesca Grandolfo und Thomas Zauner

Redaktionelle und technische Unterstützung: sisigrant

Musik: Kaspar Arens

Visuelle Gestaltung: HammerAlbrecht

Transkript anzeigen

00:00:11:

00:00:33: Hallo und willkommen zu einer neuen Talkfolge von Was wir wissen.

00:00:37: Mein Name ist Thomas Zauner, hier stellen wir euch Aufzeichnungen von Veranstaltungen des Wissenschafts von FWF vor während wir schon an der nächsten Staffel arbeiten.

00:00:46: Heute gibt es wieder eine Folge aus der Gesprächsreihe was die Welt zusammenhält. Diesmal mit der bekannten Schauspielerin Ursula Strauss und dem Komplexitätsforscher und Physiker Stefan Thurner vom Complexity Science Hub in Wien.

00:01:01: Am vierten Oktober, zwanzigvierundzwanzig sprachen die beiden im ORF Radio-Kulturhaus In Wien über Netzwerke und Kommunikation, die Fragmentierung der Gesellschaft durch die sozialen Medien und über Gemeinschaftssinn in schwierigen Zeiten.

00:01:16: Durch den Abend geleitet hat der Moderator Günter Kaindlstorfer.

00:01:20: Die Gesprächsreihe was die Welt zusammenhält findet in Kooperation zwischen dem österreichischen Wissenschaftsfonds FWF, dem ORF Radiokulturhaus Wien und Radio Ueensstadt.

00:01:31: Viel Spaß beim Hören!

00:01:36: Kann man als Mensch zweihundert oder dreihundert Freundinnen und Freunde haben?

00:01:43: Wird man demnächst Krankheiten heilen können die man bis vor kurzem noch für unheilbar hielt und zerreißt es die westlichen Demokratien wirklich, wie's immer wieder heißt.

00:01:55: Und was hat das mit Social Media zu tun?

00:02:00: Das sind einige der Fragen, die wir in der folgenden Stunde erörtern möchten.

00:02:04: Ich freue mich zwei prominente Persönlichkeiten hier auf der Bühne begrüßen zu dürfen.

00:02:10: Das ist zum einen Ursula Strauss, sie ist eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen und Sängerinnen im deutschen Sprachraum.

00:02:20: In vielen anspruchsvollen Kinofilmen war sie zu sehen, auch als Titelheld in der beliebten Fernsehserie schnell ermittelt.

00:02:28: Hat Sie großen Erfolg!

00:02:30: Applaus für Ursula Strauss.

00:02:34: Vielen Dank.

00:02:36: Danke schön.

00:02:39: Mein zweiter Gast ist Gebürtiger Tiroler.

00:02:42: Er ist in Innsbruck zur Welt gekommen, Jahrgang neunzehnhundertneunundsechzig.

00:02:46: Er ist Physiker und Komplexitätsforscher.

00:02:50: Seit dem Jahr zwei Tausend Fünfzehn leitet er den Complexity Science Hub Vienna.

00:02:57: Jetzt zöger ich.

00:02:59: heißt es der Hub oder das Hub?

00:03:03: Der!

00:03:04: Dann war's richtig.

00:03:05: Aber wenn man's schenkt, das ist die Hub.

00:03:09: Wollen wir es nicht übernehmen?

00:03:10: Seit Jahrzehntei

00:03:12: leitet er den Complexity Science Hub Vienna eine Institution, die sich mit den Grundlagen komplexer Systeme beschäftigt.

00:03:22: In dem Jahr war er von Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalistinnen als Wissenschaftler des Jahres ausgezeichnet.

00:03:30: Applaus für Stefan Thurner!

00:03:38: Ursula Strauss, ich würde unser Gespräch gerne mit einem kleinen Gedankenexperiment beginnen.

00:03:44: Angenommen Sie bekämen das Angebot oder den Auftrag in einer großen europäischen Kinoproduktion eine Komplexitätsforscherin

00:03:54: zu spielen?

00:03:54: Großartig!

00:03:55: Wie würden sie das anlegen?

00:03:58: Komplex!

00:04:00: Ich muss ja ehrlich gestehen... mich intensiv vorbereitet auf die Sendung und habe aber trotzdem, ich hoffe, ich lerne da heute viel dazu.

00:04:09: Und hab mich intensif vorbereitet auch auf diese Diskussion.

00:04:12: Ich hab eigentlich nur sehr unteutliche Vorstellungen davon wie der Alltag eines Komplexitätsforsches einer Forscherin ausschaut.

00:04:21: Ursula Strauss.

00:04:22: Würden Sie an einen solchen Auftrag herangehen?

00:04:26: Würden sie sich aufs Drehbuch verlassen, auf ihre Intuition.

00:04:30: oder würden Sie den Stefan Thuner anrufen und

00:04:32: fragen ... Ich würde den Stefan anruffen und fragen, ob ich ein bisschen recherchieren darf.

00:04:37: Aber das ist so eine Mischung, es ist ein komplexer Vor-Figuren.

00:04:43: Erstehen lassen oder zum Leben erwecken ist ein Komplexer Vorgang der von vielen verschiedenen Faktoren abhängt.

00:04:49: Das beginnt wie du richtig gesagt hast mit dem Buch.

00:04:52: Wenn die Geschichte nicht Hand und Fuß hat und wenn das nicht eine Figur ist, die sich mir beim Lesen logischer klärt und mein Instrument zum Klingen bringt dann wird's wahrscheinlich eher schwierig werden einen Zugang dazu zu finden.

00:05:07: Wenn aber das Buch stimmt und die Menschen, die sich mit dieser Geschichte beschäftigen wie sie sie erzählen wollen, wo der Fokus draufgelegt wird.

00:05:20: Dann gibt es eigentlich nur mehr die Recherche, die mir bleibt und der Rest ist Intuition.

00:05:26: Und ganz viel passiert dann auch noch vor Ort und am Set und es hat wirklich immer ein bisschen damit zu tun dass wenn Figuren gut geschrieben sind melden sich die auch

00:05:36: Die

00:05:36: Figuren

00:05:36: melden

00:05:38: sich in ... In der Situation beim Spielen trete ich eigentlich in den Hintergrund und bin im Moment, hat fast ein bisschen was Budistisches.

00:05:48: Wenn ich mir selber so zuhör, aber ich trete wirklich in den hintergrund und die Figuren machen und dann passieren auch Dinge, die man sich vorher nicht ausdenken kann?

00:05:56: Das Budistische wäre, dass sie ihr Ego für ... Zurückstellen oder vergessen oder sich das Ego kurzfristig auflösten und sehen einen ganz anderen ... eine Rolle schlüpfen.

00:06:07: Und was, Ursula Strauss, stellen Sie sich unter einer Komplexitätsforscherin vor?

00:06:14: Ich habe die leise Befürchtung, dass es wahnsinnig viel mit Zahlen zu tun hat und das wäre für mich als schwache Mathematikerin und immer darunter gelittenhabende Schülerin, dass in der Mathematik Statistik auch gibt und so ... Das wäre schon ein Wermutstropfen, das würde es mir sehr erschweren.

00:06:37: Ich nehme an, ich liege nicht falsch.

00:06:39: Stefan Thuner, ich wollte gerade nachfragen ... Wenn Sie es prozentuell beziffern müssten wie viel Prozent Ihrer Arbeit ist Mathematik in der Komplexitätsforschung?

00:06:53: Gute Frage!

00:06:54: Vielleicht zwanzig?

00:06:56: Zwanzig Prozent Mathematika.

00:06:57: Ah, das ist aber wenig.

00:06:59: Könnte die Ursula Strauss, dass diese leichte Mathematik-Schwäche kompensieren durch den anderen?

00:07:06: Was sind denn die anderen?

00:07:08: Die anderen.

00:07:11: Die Hauptsache um das immer geht ist, jeder Vorschlag hat irgendeine Form von Problemen.

00:07:19: Also vom wissenschaftlichen Problem andere vielleicht auch.

00:07:22: Fragestellung oder

00:07:24: Freisteller.

00:07:26: Da geht es darum ... dieses Problem zu verstehen.

00:07:33: Ganz mechanisch, wie funktioniert etwas?

00:07:37: Was passiert, wenn man das irgendwie verdreht oder wenn man es unter Stress setzt oder wenn wir das manipuliert?

00:07:48: Wie funktioniert ein System?

00:07:50: und die Hauptarbeit, die allerdings vielleicht nur zwei Prozent ist, ist dieses Verständnis zu kriegen Und das kommt meistens nicht mit Mathematik oder vielleicht ein bisschen mit Hilfe von Mathematika, aber das Wichtigste ist der Intuition.

00:08:08: Dass man sich in diese andere Welt hineinversetzt und da plötzlich Teil einer abstrakten Welt ist und in der dann sieht wie was funktioniert.

00:08:17: Schau, ich kenne Parallelen!

00:08:19: Es gibt Parallel.

00:08:20: nur bei ihm sind es nur drei Prozent Intuition und Verhinnung

00:08:24: oder so.

00:08:24: Das sind die Gewichte ein bisschen anders... dass man da in einer anderen Welt muss, in der man was erkennt und wenn ich es erkennen, ist noch nicht genug.

00:08:36: Dann muss ich's formulieren.

00:08:37: Da muss ichs aufschreiben, dann muss ich das irgendwie nachvollziehbar machen, damit zumindest meine Kollegen das Nachvollziehen können, was meine Idee, meinen Vorschlag ist wie das funktionieren könnte.

00:08:54: Da kommt dann Mathematik ins Spiel, das ist die Sprache.

00:08:58: Das ist ein Text, der offen für Debatte ist.

00:09:04: Man muss ein Spur konkret nachfragen lassen.

00:09:07: Die Komplexitätsforschung ist ja, wenn ich es richtig verstehe, ein interdisziplinäres Fach.

00:09:12: Sie beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten Dingen.

00:09:15: Ich sage jetzt was ... Entwicklungen auf Börsen?

00:09:22: Pandemie, Epidemien-, Gesundheitsphänomene, mathematische Probleme, soziale Verwicklungen, sociologische Fragen.

00:09:33: Können Sie das ein bisschen skizzieren ganz konkret?

00:09:36: Womit Sie in den letzten Jahren zu tun gehabt haben?

00:09:40: Es sind immer komplexe Systeme und der Komplex ist etwas ... Da gibt es Bauteile, Sachen die das System aufbauen.

00:09:47: Und diese Bauteilen hängen zusammen durch Netzwerke.

00:09:51: Und diese Netzwerke, die die Bauteile zusammenhalten, verändern sich in der Zeit.

00:09:55: Also was ist ein Netzwerk?

00:09:58: Wenn die Baoteile die Menschen sind, dann zum Beispiel das Telefonanruf-Netzwerk.

00:10:04: Wie der Homo Sapiens in Österreich miteinander kommuniziert z.B.

00:10:10: Diese Kommunikation verändert die Leute manchmal ja durch.

00:10:15: Manchmal sieht man es nicht.

00:10:19: und wenn ein komplexes System Jetzt habe ich ein bisschen den Faden verloren.

00:10:28: Ich frage mich, das darf gleich nachfangen?

00:10:30: Das kann ich mir vorstellen.

00:10:32: Ein großer Telefonanbieter hat natürlich Aufzeichnungen auf dem Datenschutzregelungen entsprechend für drei Monate.

00:10:42: Alle Telefongespräche, die in diesem Telefondetz in Österreich von wem zu wem auch immer geführt werden.

00:10:49: Eine ungehare Datenmenge und ein riesiges Netzwerk.

00:10:53: Das wäre ein... solches System, mit dem man sich beschäftigen könnte und an das man Fragen stellen könnte.

00:10:59: Wo man zum Beispiel Fragen stellen kann wie kommuniziert der Homo sapiens?

00:11:04: oder wie sie Anfangs gesagt haben, wie viel Freunde hat ein Mensch?

00:11:08: Mit wie vielen Leuten telefoniere ich sehr häufig?

00:11:14: Sie sind dann wahrscheinlich die wichtigeren Kontakte.

00:11:16: also kann man so ein bisschen messen wie stark sind zwei Menschen miteinander verbunden durch ihre Kommunikations Interaktion, also der Kommunikation hält ja die soziale Welt zusammen.

00:11:31: Und wenn ich mal die Kräfte habe zwischen den Bauteilen dann sagt der Naturwissenschaftler, wow das ist ja fantastisch!

00:11:42: Wenn ich die Bauteile habe und die Krächte dazwischen, dann kann ich, haben wir so in der Natur wissenschaftlicherkeit gelernt?

00:11:49: alles ausrechnen.

00:11:50: Aber was heißt das jetzt zum Beispiel?

00:11:52: Das war ja, soweit ich weiß eines oder ist eines der Themen mit denen Sie sich beschäftigen.

00:11:59: Modelle von Gesellschaften oder weiß ich gar nicht, der österreichischen Gesellschaft zu entwickeln und bestimmte Diagnosen zu stellen in welche Richtung sich die Gesellschaft entwickelt.

00:12:11: Eine von diesen Fragestellungen, die wir da haben, dass wir beobachten ein paar Sachen.

00:12:18: Ich glaube ziemlich klar, mehr und mehr polarisiert die letzten zwanzig Jahre.

00:12:25: Warum ist das so?

00:12:28: War das irgendwann in der Geschichte schon mal so, nein es ist ziemlich einzigartig also in der Formen der das jetzt passiert.

00:12:35: Es ist nämlich nicht Polarisierung sondern es ist Fragmentierung.

00:12:41: Die Gesellschaft zerfällt zurzeit in Bubbles.

00:12:44: In lauter kleinen Gruppen, wo innerhalb der Gruppe die Leute sich gut verstehen, Freunde sind ... Aber alle, die außerhalb der Bubbles sind, sind ein bisschen suspekt.

00:12:53: Warum kommt es zu so einer Bubble-Bildung?

00:12:56: Was man noch sieht, die letzten zwanzig Jahre, also, das ist ein kritisches Jahr, gibt's das Smartphone plötzlich.

00:13:05: Das ändert unsere ... Also, das Handy hat schon unsere Kommunikations- Patternmuster komplett verändert und das Smartphone ändert dann noch mal radikal, wie wir miteinander kommunizieren.

00:13:19: Und insgesamt haben wir jetzt bis zu mehr Kommunikationspartner, die uns beeinflussen auch in politischen Meinungen zum Beispiel als zwei Tausend vier.

00:13:31: Jetzt kann man soziale Modelle machen künstliche Gesellschaften im Computer nach basteln kann man alles diskutieren, ob das jetzt wie realistisch das ist.

00:13:45: Aber wir haben da jetzt Modelle wo wir eindeutig sehen dass mit mehr Kommunikationspartnern Fragmentierung passieren muss fast so wie ein Naturgesetz.

00:13:59: ich kann da gar nicht viel anderes machen.

00:14:02: also man kann dann schon fragen welchen Parameter müsste ich jetzt drehen?

00:14:05: Das ist doch nicht fragmentiert Kommunikationspartner zunehmen.

00:14:13: Sieht man was, wo man sagt noch einer nicht?

00:14:16: Man müsste die Temperatur erhöhen.

00:14:19: und was ist Temperatur?

00:14:20: Das ist so etwas wie Toleranz.

00:14:25: Die Meinung des Anderen oder der anderen nicht mehr so ernst nehmen.

00:14:30: Vielleicht ist Tolerant nicht das richtige Wort aber ein bisschen weniger ...

00:14:34: Respekt vielleicht einfach.

00:14:37: Oder Respekt

00:14:38: Aber da müsste man die Temperatur dann nicht herunternehmen.

00:14:41: Ja, Temperatur ist jetzt ein

00:14:44: Begriff

00:14:45: der ... Das kann ich jetzt nicht

00:14:49: genau sagen?

00:14:49: Eigentlich geht es nicht um Temperaturen sondern um Flüte oder um ... Wie stark

00:14:58: können mich die anderen

00:14:59: beantragen?

00:15:00: Ich glaube, es geht ganz stark darum, dass man ständig zugeballert wird mit einer Million vor allem oberflächlichem Zeug dass ihr sie nicht viel Energie abzieht.

00:15:12: Man kann sich ja fast nicht mehr in unserer Welt, in unserer Zeit gibt es ja fast die Möglichkeit, sich zu konzentrieren.

00:15:18: Ich merke das sehr stark.

00:15:20: Diese komischen Plattformen, die man bedienen muss ... Social Media?

00:15:24: ist das so, dass man aufgetragen bekommt und sie bedienen müssen.

00:15:28: Jetzt kann man sagen, ich lasse mich nicht davon versklafen.

00:15:30: Ich mache das nach meinen Regeln.

00:15:31: Wenn ich Lust habe drauf ... Entschuldigung!

00:15:34: Wenn ich lust hab darauf, mach' ich's, aber ich lass mich nicht versklavend davon.

00:15:38: Nichtsdestotrotz öffnest du das Ding und siehst in einer Minute fünf verschiedene oder zwanzig verschiedene Lebensentwürfe alles nur Ausschnitte, alles nur oberflächliche Kratzer rein.

00:15:49: Und es geht niemals in die Tiefe.

00:15:52: Und kombiniert mit dieser Bubblebildung dass man ja durch dieses Eingespann sein und abgelenkt sein und ständig Energie für was verwenden was überhaupt nichts bringt weil es ja nicht in die tiefe geht merk ich auch an mir selber, dass ich mich versuche immer mehr so zurückzuziehen.

00:16:10: An einen Ort, an dem ich mich auskenne.

00:16:14: Mein Problem ist nämlich das Komplexität etwas ganz Fantastisches... also ich finde Komplexkeit fantastisch.

00:16:20: wir sind alle da.

00:16:21: Mensch ist ein komplexes Wesen.

00:16:23: diese Welt funktioniert auf sehr komplexe Art und Weise.

00:16:25: aber Ich muss mich dazwischen auch ausruhen können davon an einem Ort wo ich mich sicher fühle Wo ich mich rauskenne weil alles rundherum schon so crazy ist und laut.

00:16:36: Und zu viel, die Tatsache dass wir alle Krisenherde auf der ganzen Welt ständig mitbekommen und irgendwie schon auch auf unseren Schultern tragen weil du kannst nicht einfach sagen es ist mal wurscht.

00:16:49: also ich man kann.

00:16:52: Wir sind ständig in einer Situation, in der es darum geht sich selbst zu schützen und trotzdem Empathie nicht zu verlieren.

00:16:58: Und das gelingt den einen besser und den anderen schlechter.

00:17:01: Dadurch dass man nicht miteinander kommuniziert oder viel weniger oder nur an der Oberfläche ziehen sich alle in diese Babels zurück.

00:17:09: Das ist ein gefährlicher Zustand.

00:17:12: Wo ist denn der Ort, an dem Sie sich zurückziehen?

00:17:17: Ich

00:17:17: ziehe mich in meinen Garten zurück und schaue meinen Kaninchen beim Vermeeren zu.

00:17:22: Und merke, dass ich nichts mehr unter Kontrolle habe.

00:17:27: Stefan Thuner, was mich interessiert?

00:17:30: Wenn Sie an solchen sozialen Modellen arbeiten wie Sie es gerade skizziert haben gibt's da eine empirische Basis mit der sie arbeiten.

00:17:40: eben sagen wir nicht Telefonverbindungs ... oder Netze.

00:17:45: Oder kann man das auch als Glas ... Genau dieses Experiment, dass Sie uns vorgestellt haben, kann man es auch als Glasperlen-Spiel abstrakt machen?

00:17:54: Ich baue sozusagen eine elektronische Gesellschaft aus einer Million Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

00:18:00: Und gib denen Aufträge und lass den Computer durchspielen und schauen, was passiert.

00:18:07: Oder gibt's beides?

00:18:08: Es ist beides.

00:18:09: Auf der einen Seite kann ich so ein Glasberlen spielen sicher machen.

00:18:14: Aber das muss ich dann irgendwie parametrisieren, ich muss dem diesen Modell dann sagen wie die Interaktionen sein sollen.

00:18:23: Ein Auftrag geben oder eine Fragestellung

00:18:27: und das macht man oft mit Daten die man hat, mit Beobachtungsdaten wie zum Beispiel einen Telefonnetzwerk wo man sieht typischerweise hat man sechs Leute die man anruft glaube ich im Schnitt

00:18:41: In welchem Zeitraum?

00:18:43: Am Tag, oder ... als Normalmensch.

00:18:47: Als normalmensch!

00:18:48: Normalmensch ruft man sechs Menschen an.

00:18:51: Die durchschnittliche Anzahl pro Pass ist eine gute Frage.

00:18:58: Oder die sechs Menschen, die man anruft, wenn es einem schlecht geht... Sechs

00:19:04: starke

00:19:05: Verbindungen.

00:19:07: Wenn man eine Person nur einmal im Jahr anruft, ist das

00:19:10: keine Verwendung.

00:19:12: Darf ich eine Frage stellen?

00:19:13: Ja natürlich!

00:19:14: Wenn ich dir so zuhöre... Entschuldige bin immer dann gleich per Tus, tut mir sehr leid aber

00:19:19: eigentlich

00:19:20: muss ich mich dafür nicht entschuldigen.

00:19:21: Wir waren ja vorher auch per Tus.

00:19:22: Nein wir sind per Tus und man muss sich dann nicht so tun.

00:19:25: Ich sage

00:19:25: weiter Sie zu euch damit die Form

00:19:29: wahren.

00:19:31: Ich werde die Form jetzt verlassen.

00:19:34: Das heißt, so wie du das beschreibst klingt es für mich als ihr seid quasi dafür zuständig Problembewusstsein zu schaffen.

00:19:46: Kann man das so sagen?

00:19:48: Weil es geht ja sehr oft darum ... ohne das Problem Bewusstsein zu bekommen, nicht verändern kann.

00:19:57: Das ist ja immer das Erste.

00:19:59: Wir würden gerne Grundlagen schaffen, Faktengrundlagen ...

00:20:04: Ja?

00:20:07: Es gibt viel Problembewusstsein.

00:20:09: Es sind sehr viele Leute und Entscheidungsträger, was Probleme sind.

00:20:15: Aber es ist nachdem fast alle sein komplexes System ist, nicht klar wie man das jetzt am besten ... Was soll man als Grundlage für Entscheidungen heranziehen?

00:20:26: Soll man religiöse Werte heranziehen oder solle man Ideologie heran ziehen, oder kann man einfach ein Faktenbasis schaffen.

00:20:36: Wo wir dann ohne Ideologie und ohne Voreingenommenheit versuchen können eine Debatte zu starten.

00:20:45: Das heißt ihr seid jetzt nicht das Problembewusstsein-Bilder sondern ihr ... tut das Problem auseinander klamüsern, um es zu entemotionalisieren.

00:20:55: Das wäre die beste...

00:20:58: Eine Faktenbasis einmal vorzulegen über die man dann diskutieren kann?

00:21:03: Jetzt ist sehr oft die Situation in meiner Beobachtung, dass man einfach drauf losdiskutiert und mal schaut auf den Parteilabel und dann ist egal über was man diskutiert hat immer die gleichen Barrieren.

00:21:17: Gut, dass es Debatten gibt immer noch.

00:21:19: Wenn ja weniger gut ein paar gibt.

00:21:21: Aber wenn man Faktenbasis hätte, dann könnte man auf einem viel höheren Niveau wieder diese Debatten haben auch mit den verschiedensten Parteien und Ansichten

00:21:33: usw.,

00:21:34: aber einfach viel gescheiter.

00:21:37: Was folgt jetzt?

00:21:38: Ich bleibe bei diesem Beispiel, das Sie uns präsentiert haben also der Smartphone ... Und die Erfindung des Smartphones hat zu einer Fragmentarisierung und einem Erosionsprozess unserer Gesellschaft beigetragen.

00:21:51: Und das könnt ihr jetzt anhand eurer mathematischen Modelle beweisen?

00:21:56: Ja, gut!

00:21:57: Oder

00:21:57: ihr könnt ...

00:21:59: Plausibel

00:22:00: machen oder stichhaltige Indizien einmal für diese Hypothese vorlegen.

00:22:07: Und ihr könnt nachweisen dass wenn man mehr als sechs soziale Wir könnten nachweisen, dass man nur sechs halbwegs starke emotionale Verbindungen haben kann und nicht sechzig.

00:22:22: Das klingt alles plausible.

00:22:24: Nur was folgt daraus?

00:22:26: Dass man jetzt sagt das Smartphone war doch ein Irrweg.

00:22:30: schaffen wir es ab!

00:22:33: Ich kann mir eigentlich schwer vorstellen ... Okay ich glaube euch das wird so sein aber wer kann daraus Handlungsanlebtungen

00:22:43: ziehen.

00:22:44: Ja, das ist der nächste Schritt in der Wissenschaft dann immer nicht.

00:22:50: Erst muss ich mal verstehen okay da gibt es einen Zusammenhang.

00:22:54: so lange ich das nicht weiß weiß man gar nichts.

00:22:58: wenn ich meinen Zusammenhang verstehe da gibt's diesen dann braucht oft dann eine nächste Generation von kreativen Geistern die verstehen oder irgendwie was erfinden wie man etwas, was man vielleicht jahrzehntelang glaubt das nicht löst.

00:23:15: Man ist dann doch löst!

00:23:17: Die Wissenschaftsgeschichte ist voll von solchen Beispielen.

00:23:22: und ja jetzt ist erstmals oder erstmals was so wahnsinnig cool ist dass das Gesellschaften des Forschungsobjekts Sinn.

00:23:36: Und das ist jahrhundertelang nicht gegangen.

00:23:39: Man hat immer tote Materie angeschaut, eine simple Systeme.

00:23:43: Soziologie gibt es seit ungefähr hundertzwanzig Jahren.

00:23:46: Da haben wir mit

00:23:47: ein paar Frageblögen

00:23:50: ... Aber jetzt

00:23:51: kann ich für Völkerungen, Person für Person ... Das klingt alles furchtbar.

00:23:57: Es klingt beängstigend ab.

00:24:01: Aber die Daten sind ... da und man kann bevölkerungsweise sehen, was Person für Person tut.

00:24:14: Also zum Beispiel jetzt wieder in dem Kommunikationsnetzwerk oder wie Firmen untereinander handeln oder wie Konsumenten Sachen kaufen verwenden.

00:24:28: Das ist erstmals möglich mit mit diesen großen Datensätzen, die diese Netzwerke... große Datensätze sind diese Netzwerk.

00:24:40: Wir haben nie vorher in der Geschichte Netzwerken gesehen.

00:24:45: Das ist etwas was wir erst die letzten fünfzehn Jahre und zwanzig Jahre mit den großen Datenschätzen sehen.

00:24:51: Und damit wird es möglich komplexe Systeme überhaupt ein bisschen zu... ein bisschen naturwissenschaftlich zu beschreiben.

00:24:59: Warum sage ich jetzt?

00:25:01: Weil es darum geht, dass es reproduzierbar ist und quantitativ ist und gewisse Vorhersage kauft hat.

00:25:11: Und wie kommen die Daten zu euch?

00:25:14: Wie kommen sie zu uns?

00:25:16: Das sind wir da oft beim Thema Datenschutz nicht mehr weit entfernt, weil das natürlich auch vielen Leuten unter den Nägeln brennt ... Dürft ihr einfach zugreifen auf die Handy-Daten oder auf andere stichhaltige, grosse Datensätze?

00:25:33: Oder ist das schwierig?

00:25:35: Wie kommen die Daten zu euch?

00:25:39: Es war schwierig.

00:25:40: Es wird immer einfacher, weil wir es jetzt schon sehr oft gemacht haben ... Ich kann nicht personenbezogene Daten einfach so irgendwie analysieren,

00:25:51: sondern da gibt es... Ihr könnt nicht sagen, könnte der Keindlstorfer hat im Oktober- und so viele Telefonate gemacht und die angerufen.

00:26:00: Dann habt er mit seiner Kreditkarte das und das eingekauft und deswegen glauben wir, dass er die Partei wählen wird.

00:26:06: Darf man nicht?

00:26:07: Solche Sachen dürfen wir nicht!

00:26:09: Darf ich genauso wenig wie mit dem Küchenmesser Kindergartenkinder

00:26:13: abstechen?".

00:26:15: Ein interessanter Verkleidung.

00:26:22: Das ist verboten, wir haben da europäische ...

00:26:25: Gott sei Dank möchte ich an dieser Stelle noch anfügen?

00:26:30: Aber dürft ihr in den übertragenen Zehn Kinder, Gartenkinder ein bisschen so an den Schultern packen oder rütteln?

00:26:37: An den Daten?

00:26:38: Nein!

00:26:46: Wir wollen die Kindergartenkinder bitte in Ruhe lassen.

00:26:49: Wir wollen

00:26:50: sie nur lieb haben und ihnen den besten Weg ... Ursula

00:26:54: Strauss ist der ausgebildete Elementarbetter.

00:26:57: Darum wissen

00:26:58: wir's!

00:27:02: Deshalb mein leicht hysterischer Zugang dazu...

00:27:06: Das war wahrscheinlich das drimmste Beispiel, aber ... Wahrscheinlich.

00:27:09: Also einige uns darauf ... Ich würde es

00:27:10: in diesem Fall recht geben, es war wahrscheinlich.

00:27:14: Wir einigen uns darauf, Daten sind sehr sensibel und ihr seid euch bewusst

00:27:21: des.

00:27:23: Es ist oft ein richtiges Protokoll, das da abzuhandeln ist bevor man überhaupt zu Daten kommt oder es wird immer öfter und besser, dass sehr viele Augen und viele Komitee drauf schauen was tut wer mit Daten?

00:27:42: Es ist alles andere als so.

00:27:44: Hier ist ein Datensatz, ich hab das am Stick und das analysiere man das und dann publizieren wir was cooles.

00:27:50: Das wird in einem wissenschaftlichen Journalist ja oft auch überhaupt nicht mehr akzeptieren weil das sämtliche Regeln, äthische Regeln und Datenschutzregeln verletzt.

00:28:02: sehr oft gibt es zu jedem Datensatz, wenn man analysiert einen Ordner mit rechtlichem Prozedere wie was zu tun ist.

00:28:12: Wir haben in Österreich das Austria Microdata Center, großartige Institutionen wo öffentliche Daten von Statistikausreber und vielen Ministerien personenbetogen analysiert ausgewertet werden kann aber in einer Form dass niemals auf eine Person rückgeschlossen oder auf eine Firma geschlossen werden kann von dem was man an diesen Resultaten dann rausholt.

00:28:40: Da schauen Leute drauf, was hole ich aus diesem Datenraum heraus.

00:28:46: Und ich glaube da ist sehr viel auch schlechte Kommunikation von uns Wissenschaftlernseite, dass das nicht klar ist, dass es immer noch so ausschaut wie ... ... aber mit der Floppi-Disk Schnell mal was angeschaut hat.

00:29:08: Das ist nicht der wilde Westen, das ist lang

00:29:11: vorbei.".

00:29:12: Nun ist es ja so, dass der Complexity Science Hub Vienna eine große Forschungseinrichtung ist getragen von mehreren Universitäten Bildungsein richtungen und so weiter.

00:29:22: wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habt ihr ungefähr?

00:29:25: Ungefähr jetzt.

00:29:26: Fünfundachtzig Leute!

00:29:29: Wie kommen die Forschungs ... Aufträge zu euch.

00:29:32: Das würde mich auch noch interessieren, kann man euch Aufträge geben?

00:29:35: Kann man sagen ich bin die und die Institution keine Ahnung oder ein Ministerium oder eine Magistratsabteilung?

00:29:43: Ich habe die und Frage Stellung und gebe euch einen Forschungsauftrag gibt sowas Gebt ihr euch eure Forschungsaufträge selbst und macht reine Grundlagenforschung im wissenschaftlichen richtigen Elfen, dein Durm ist ja nicht.

00:29:58: Aber rein wissenschaftlich ohne Auftraggeber?

00:30:02: Ich würde sagen zu neunzig Prozent geben wir uns die Aufträge selber.

00:30:05: aber wir geben uns auch ein Motto.

00:30:07: Und das Motto ist wie kriegen wir die grüne Transformation hin oder die grünen Wände?

00:30:17: Weil wenn wir das nicht gut hinkriegen in zwei, drei Generationen sich Wissenschaft wahrscheinlich sowieso erübrigt.

00:30:24: Deswegen würden wir gerne in diese Richtung arbeiten und sehr viele von unseren Wissenschaftlerinnen tragen das mit und geben sich dann die Aufträge selber indem sie hinschauen wo Probleme sind Und ihre Forschungsfragen dann so formulieren, dass sie dann auch angewendet werden können.

00:30:52: Dass man das einem Ministerium, einer Ministerin oder eine Abteilungsleiter kommunizieren kann und voraus früh durch später bessere Entscheidungen wirklich umgesetzt werden.

00:31:06: Das wäre unser Bestcase-Szenario.

00:31:10: Man kann auch zu uns kommen und sagen hier ist ein tolles Problem Und wenn das jemand aufgreift, wenn es jemand super findet, machen wir's.

00:31:20: Wenn wir nicht so toll finden, dann eher nicht.

00:31:28: Außer sind große Geldspenden im Spiel ... Dann machen wir auch mal was langweiligeres.

00:31:34: Aber das ist selten.

00:31:35: Ursula Strauss haben Sie schon?

00:31:38: Etwas präzisere Vorstellungen, wie sie die Rolle der Komplexitätsforscherin in diesem Dietmens-Szenario anlegen würden.

00:31:46: In einem europäischen großen Kinofilm?

00:31:49: Ja, mein Vorteil in meinem Beruf ist ja, dass ich immer behaupten kann, was ich nicht kann.

00:31:56: Das ist sehr angenehm.

00:31:59: Das Faktum, das man so tun kann, als würde man etwas können ... Ich glaube, man müsste sich damit beschäftigen oder ich würde wahrscheinlich meine Schwägerin, die es liebt, Datenbanken zu erstellen.

00:32:13: Vielleicht habe ich so das Gefühl da wäre bei euch richtig und mit der würde ich dann viele Stunden verbringen und mir mal erklären lassen was das eigentlich alles ist.

00:32:22: weil für mich ist das... ich bin nicht so technisch versiert und würde bei ihr in die Lehre gehen.

00:32:31: wahrscheinlich

00:32:33: Stefan Thuner, wie muss man sich Ihren Alltag vorstellen?

00:32:38: Ich frage etwas provokant.

00:32:39: Haben Sie alle weiße Mental an und dickgrandige Brille mit denen Sie zwanzig Stunden am Tag im Computerbildschirme starren?

00:32:52: haben Sie noch rechen schieber ich provoziere sie jetzt ein bisschen mit denen sie komplizierte Operationen vollführen?

00:32:59: erzählst doch immer sich wirklich so Ihren Arbeitsalltag vorstellen.

00:33:06: Also der Alltag fängt an mit Zähneputzen.

00:33:10: Duschen ist wichtig, weil da ist absolute Ruhe.

00:33:12: Da ist ab und zu ein ...

00:33:15: Ein Genieblitz.

00:33:16: Der sich dann im Laufe des Tages wieder auflöst, weil er doch kein Genie-Blitz war.

00:33:23: Dann trifft man Mitarbeiter.

00:33:25: Dann trinkt man Kaffee, dann arbeitet man ein bisschen.

00:33:29: Dann trägt man wieder Mitarbeiter und hat vielleicht eine Frage gedrückt?

00:33:31: Gut

00:33:32: Sie sind ja das Chef!

00:33:33: Sie sind nicht die Wissenschaftler, sondern auch Managerin.

00:33:36: in Wahrheit stelle ich mir vor oder?

00:33:37: Ja leider.

00:33:40: Aber sagen wir mal wenn ich mehr Wissenschaftler ... Kaffees immer im Spiel aber... Also Sachen abarbeiten und neu stimuliert werden und die anderen einbeziehen.

00:33:57: ein technisches Problem, das ich gerade habe.

00:34:00: Das ist die richtige Balance aus dem zu finden, das ist das Wichtigste.

00:34:05: Ich hab das in meiner Jugend erlebt im Santa Fe-Institut, eine fantastischen Institutionen in den USA, der ein bisschen unser Vorbild ist ... Wenn ich da an einem wissenschaftlichen Problem arbeite zum Mittag esse ich gemeinsam mit den berühmtesten Wissenschaftlern, ich erzähle was mein Problem ist, die sagen mir die Lösung.

00:34:27: Oder die sagen mir, red mit dem.

00:34:29: Der sagt dir die

00:34:30: Lösung.".

00:34:30: Dann hab ich die Lösung.

00:34:32: bei der Nachspeise und am Nachmittag beim T-Time ist die Sache erledigt.

00:34:37: So was gibt's?

00:34:39: Und in Österreich oder egal wo auch in Boston wäre das nicht anders.

00:34:43: Wenn ich das gleiche Problem habe muss ich mich überlegen, wo sitzt die Person, die mir jetzt da helfen kann?

00:34:48: Ah, in Münster!

00:34:51: Wie komme ich dorthin?

00:34:52: und wann kriege ich dann Telefonat oder Zoom?

00:34:56: Und dann dauert das Wochen.

00:34:57: Dann habe ich vielleicht schon wieder vergessen, was mein Problem war.

00:35:03: Ich glaube durch diese ... Wir versuchen einen Umfeld zu bauen, wo das ständig möglich ist.

00:35:09: Ob es funktioniert oder nicht, weiß ich nicht.

00:35:11: Aber das wäre das Ziel des Managements, dass wir als Administrationsteam so ein Umfeld schaffen.

00:35:19: Weil

00:35:19: dann sind wir hundertmal schneller als alle anderen.

00:35:21: Dass ihr wirklich erstklassige Leute habt, die auf dem kurzen Dienstweg genau wie gerade es gibt beim Kaffee trinken, Tee trinken, beim Fotogubierer oder wo auch immer Lösungen entwickeln für komplexe Probleme?

00:35:35: Ja

00:35:35: und was schon funktioniert...

00:35:36: Es klingt so einfach und ist das ganz sicher nicht!

00:35:38: Nein

00:35:38: es ist nicht einfach weil es gibt glaube ich auch eine Eigenschaft des akademischen Homo sapiens wenn man irgendwo eine Stelle hat oder in der Uni arbeitet, die Tendenz ist, die Tür zuzumachen.

00:35:55: Alle bei Monaten kommt ein Paper raus und ich bin mein eigenes Königreich

00:36:00: ... Das lesen drei Leute?

00:36:01: Und das war's!

00:36:01: Ja, deine

00:36:02: eigene

00:36:04: Babel.

00:36:08: Es braucht Mühe, dass die Leute miteinander kommunizieren.

00:36:12: Am Schluss mögen sie es eh sehr gern.

00:36:14: Ich bereiche das alle, aber es braucht eine gewisse Form von Mühe.

00:36:22: Weil man muss, wenn man miteinander redet und verschiedene Disziplinen sind, gemeinsame Sprache entwickeln.

00:36:31: Kommunikation ist etwas sehr anstrengend, weil man sich ständig auf das Gegenteil übereinstellen muss und trotzdem bei sich bleiben muss.

00:36:38: Und das ist natürlich eine energiraubende Tätigkeit ... die auch Angst machen kann, weil man ja nicht konfrontiert werden will mit anderen Meinungen.

00:36:47: Dann müsste man beginnen sich selbst zu hinterfragen.

00:36:50: Also jeder Input von außen beginnt bei mir oder jedem Menschen was auszulösen und sehr oft ist das totaler Widerstand, dass man plötzlich mit etwas konfrontieren wird wie einen Triggered, weil es ein Problem hat, aber es nicht zugeben will.

00:37:09: Wie der Problembewusstsein ist, dass sich der erste Schritt etwas gewahr werden und etwas eingestehen.

00:37:15: Das ist ein schwieriger Vorgang für viele.

00:37:19: Weil man das Gefühl der Schwäche hat vielleicht?

00:37:23: Aber gerade im Wissenschaftsbetrieb sollte es ja selbstverständlich sein, dass man seine eigene Position auf faire Weise immer wieder auch von der Kuligenschaft kritisch hinterfragen lässt ... Ja,

00:37:33: aber man hatte immer diese Ängste... Ja, man hat der Ego.

00:37:38: Man hat immer Angst ... Ich

00:37:42: glaube nicht, dass die Wissenschaft davor gefeiert ist, die niederen menschlichen Instinkte in sich zu tragen?

00:37:47: Nein, das sind alle perfekte Arten.

00:37:51: Stefan Thuner, ich würde ja gerne die drei Fragen mit denen ich unseren Gespräch eröffnet hab auch abarbeiten.

00:37:58: Ich komme doch mal zurück zur Frage eins.

00:38:01: Die würde ich um eine kurze Beantwortung bieten.

00:38:04: kann man als ... Einzelmensch, zwei bis dreihundert Freundinnen und Freunde

00:38:09: haben?

00:38:10: Nein.

00:38:11: Nicht zweihundertfünfzig.

00:38:13: Und wie definieren wir da Freundin-Freund?

00:38:16: Die Eng ist

00:38:17: das ...

00:38:17: Die hundertfünftig ist die sogenannte Danbarzahl.

00:38:20: Robin Danba ist ein Psychologieprofessor in Oxford extrem bekannt.

00:38:28: Der hat herausgefunden, dass der Homo Sapiens, wo er in der Savanne noch gelebt hat Die typische Gruppengröße, bevor wir Städte gebildet haben

00:38:39: usw.,

00:38:39: ist Hundertfünfzig.

00:38:41: Da hat es auch bei Delphinen gesehen, wie groß die Delphinenschwärme sind.

00:38:45: Die sind ein bisschen kleiner und primaten.

00:38:49: Wir haben auch so ungefähr hundert.

00:38:52: Hundert-Fünfzig Leute können wir relativ gut uns mit unserer Intelligenzerausstattung merken – die Details davon!

00:39:02: Also von hundert Leuten weiß ich ... Wie geht's der Mutter von dir und wie ... Der hat gerade ein Kind gekriegt.

00:39:11: Da kann ich die Details noch.

00:39:14: Wenn das mehr wird, schafft man es intellektuell einfach nicht.

00:39:18: Und was bedeutet, wenn das so ist?

00:39:20: Was bedeutet jetzt die Social-Mediawelle?

00:39:25: Was bedeuten die gesellschaftlichen Innovationen, die das Smartphone gebracht hat?

00:39:31: Dass wir vielmehr oberflächliche ... ob er oberflächliche Kontakte haben kann.

00:39:37: Was aber spannend ist, wenn man es gibt unter den Soziologen extrem viele Umfragen, wo man versucht herauszufinden wie viele Leute beeinflussen können.

00:39:51: Wie viele sind wirklich Kommunikation?

00:39:53: Auf die

00:39:54: Höhe oder auf deren Meinung gebe ich was.

00:39:59: Und das hat um von typischer Weise ... Anfang des Jahrtausends zwei Leuten ist jetzt auf ungefähr vier Leute, hat sich verdoppelt.

00:40:10: Und

00:40:11: wenn das bei jedem oder fast jeder passiert, dann ist das ganze System dann plötzlich wirklich total anders und vielleicht fragmentiert?

00:40:24: Dabei klingt es gar nicht viel statt

00:40:26: von zweiehörig.

00:40:28: Das müssen aber Beziehungen sein, persönliche Beziehung.

00:40:31: Ich kann nichts sagen ... Ich gebe wahnsinnig viel auf die Meinung von Konrad Baulissmann, wenn er im Fernsehen was gescheitest sagt.

00:40:37: Das zählt nicht!

00:40:38: Also es müssen persönliche ...

00:40:40: Es müssen persönliches sein?

00:40:41: Ja.

00:40:43: Wenig, also auch finde ich

00:40:44: eigentlich

00:40:45: relativ wenig.

00:40:47: Aber hat schon groß gesehen.

00:40:49: Wie gefällt

00:40:49: das was man sieht?

00:40:52: Wir haben jetzt glaube ich einige Dutzendstudien geplottet waren wir auch waren und dann sieht man sehr schön den Verlauf dass sie eben zu nimmt.

00:41:00: Dann würde ich gern zur zweiten Frage kommen meines Intros.

00:41:04: Die zweite Frage lautet, wird man demnächst Krankheiten heilen können?

00:41:09: Die kann man bis vor kurzem noch für unheilbar hielt oder schwere Krankheiten Heilen können und was kann uns die Komplexitätsforschung darüber sagen?

00:41:23: Ich fange um hinten an.

00:41:24: Was kann die Komlexitätforschungen uns da helfen?

00:41:27: Komplexitätsforschung geht's immer um Netzwerke.

00:41:30: Weil man große, bevölkungsweite Datensätze hat, sieht man, welche Krankheiten ein Mensch gemeinsam hat?

00:41:38: Sehr oft hat man nicht eine Krankheit, sondern die ganze Latte von Problemen.

00:41:43: Also jemand hat ... Ich weiß es nicht, Arthritis und so gleich ist er aber nicht auffällig

00:41:50: oder krank.

00:41:51: Und Ertäuschnupfen.

00:41:53: Ja.

00:41:53: Das sieht man in diesen Daten.

00:41:56: Und dann sieht man ein Netzwerk, der Krankheiten.

00:42:01: Wenn zwei Krankheiten oft in einer und derselben Person vorkommen, mache ich einen Strich dazwischen.

00:42:07: Da mache ich zwischen allen Krankheiten sicher ein Netzwerk.

00:42:11: Aus diesem Netzwerk kann ich mit Mathematik ausrechnen wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass wenn ich heute das oder so was habe, in paar Wochen etwas anderes habe.

00:42:25: dann merkt man, dass die Leute nicht so verschieden sind.

00:42:28: Sondern das da verschiedene Klassen gibt mit denen man relativ gut vorhersagen kann ... Man kann die Prognosen wahnsinnig verbessern!

00:42:39: Man kann auch mit diesen Netzwerken wenn man zusätzlich noch weiß was für Medikamente-Leute nehmen oder verschrieben kriegen ob sie es nehmen und nichts sehen wir nicht.

00:42:51: Was wie Medikamente in der Bevölkerung wirken?

00:42:56: von den Medikamenten, wie sie wirken aus den klinischen Studien.

00:43:00: Das sind ganz speziell designte Studien, wo sehr viele Probandinnen und Probanden ausgeschlossen werden.

00:43:07: Meistens werden Probanddienen oft ausgeschlossen.

00:43:11: Ein Problem.

00:43:14: Und

00:43:15: warum?

00:43:16: kurz zur Seite?

00:43:18: Warum wären Probandtinen öfter ausgeschlagen?

00:43:20: Weil ... Weil männliche Probanden sehr oft ein ... Was ist das?

00:43:31: Heiklisteran.

00:43:32: Ja, es ist nicht heiklosteran.

00:43:35: Es ist einfach so in der Gendermedizin Faktum dass die ganzen oder sehr viele Medikamentenstudien viel mehr auf Männer fokussiert sind.

00:43:46: Das ist ja keine Neuigkeit.

00:43:48: Leider!

00:43:51: Es hängt vielleicht mit dem Monatsdyklus zu tun dass manche Sachen nicht so stabil sind wie bei Männern.

00:44:05: Es ist ein Faktor, warum?

00:44:07: Vielleicht hängt es auch damit zusammen ... Dass die Medizin bis jetzt davon ausgegangen ist, dass der Frauenkörper nicht anders ist oder das sie's nicht so ernst genommen haben.

00:44:18: Das ist auch was wir immer machen wenn wir medizinische Studien machen Netzwerke für Männer und für Frauen an.

00:44:27: Und da sehe ich sofort den Unterschied zwischen den Krankheiten, die ... Und das über die Lebenszeit hinweg machen wir immer mit einer bekannten Gendermedizinerin.

00:44:39: Super Sache!

00:44:40: Dass man so ...

00:44:42: Nicht nur super sondern extrem wichtig.

00:44:47: Wenn ich Medikamenteninformation noch dazugebe, seh ich eben wie und ob diese Medikamente wirken.

00:44:54: Ich sehe Leute, die viel eine hohe Dosis von Medikament nehmen und dann wirkt.

00:45:01: Wenn sie gesünder, weiß ich das wirkt!

00:45:05: Wenn Medikamente keine Dosisabhängigkeit zeigen, weiß es das wirk nicht.

00:45:09: Ich könnte zum Beispiel alle diese Medikamente versuchen zu identifizieren, die wir nehmen, wo wir wissen, dass sie nicht gehen oder funktionieren.

00:45:17: Wir haben ein Riesenthema von Overmedication heißt das über Medikation.

00:45:23: Oder wir sind Nebenwirkungen.

00:45:25: Das ist auf der Serie von Studien, auf die wir sehr stolz sind.

00:45:33: Dass wir zeigen konnten, dass wenn man Statine nimmt ... Also Cholesterinsenker?

00:45:40: Cholsterinsenke, das

00:45:46: Osteoporose

00:45:48: steigt und zwar je mehr Dosen sich nehmen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit.

00:45:56: Das haben wir aus Versicherungsdaten gesehen, aus Daten der Sozialversicherung.

00:46:03: Und dann hat das eine Arbeitsgruppe mit Mäusen nach ... Tier-Experiment ist natürlich wieder furchtbar, aber Mäuse die Statine kriegen, entwickeln schwächere

00:46:19: Knochen.

00:46:19: Darf ich eine Frage stellen?

00:46:21: Wurde danach bewusst gesucht oder ist man durch Zufall... dass es einen Zusammenhang gibt und hat sich dann quasi festgebissen.

00:46:28: Wir

00:46:30: haben dem Computer gesagt, zeig uns alles was da signifikant herauskommt.

00:46:38: Zeig uns alle signifikanten Nebenwirkungen

00:46:40: von Stadtinen.

00:46:41: Von

00:46:41: Statinen?

00:46:42: Das war

00:46:43: die Fragestellung.

00:46:45: Dann kommt das um das Heraus- und dann muss man jedes Einzelne versuchen wirklich zu verstehen

00:46:52: Als einer, der täglich eine halbe Tablette Statine nimmt.

00:46:56: Interessiere mich jetzt die Frage ist das mit der Osteoporose unausweichlich?

00:47:02: Oder sozusagen betrifft es nur bestimmte ... Kriegen alle Stattin-Esser-Osteoporose oder nur eine bestimmte

00:47:11: Untergabe?

00:47:12: Oder nur Frauen, weil Frauen ja anfälliger sind auf Ostern?

00:47:13: Nein, Männer und Frauen ist relativ ähnlich.

00:47:17: Weil sich noch ...

00:47:19: Das tut mir sehr leid für dich.

00:47:22: Ich hoffe ja noch, dass er sagt ... Es betrifft nicht alle!

00:47:25: Nein, ORF-Mitarbeiter, bitte.

00:47:30: Ein paar gelogen.

00:47:35: Da gibt's auch?

00:47:38: Ja, ich weiß es nicht.

00:47:39: Okay.

00:47:40: Das heißt... Ich muss noch mal die Datenfrage und Datenschutzfrage stellen, weil gerade Gesundheitsdaten natürlich wahnsinnig heikel sind.

00:47:50: In dem Fall habt ihr Sozialversicherungstaten gehabt aber man darf sich es nicht so vorstellen dass ihr sozusagen im Elge ein- und ausgeht und euch daraus sorgt was immer ihr an interessanten Daten haben wollt.

00:48:03: auch das wird sehr streng gehandhabt.

00:48:05: Das sind anonymisierte Daten.

00:48:09: Es ist in keinster Weise nachvollziehbar, wer das ist.

00:48:12: Was für ein Geburtsdatum die Person hat und wo sie wohnt.

00:48:16: Das ist alles nicht nachvollziehbar.

00:48:18: Sondern nur so viele Personen ... In einem alten Fenster von fünf Jahren nehmen so viele Stadien.

00:48:31: Und die haben diese und diese.

00:48:33: Und was dem kann man sich dann ... Ein Rausglamisern.

00:48:42: Worüber ich mit euch, oder auch mit Ihnen gerne sprechen möchte, Ursula Strauss?

00:48:51: Sie sind aufgewachsen im Niederösterreichischen in Pöchla.

00:48:55: Kleine Stadtgemeinde ... Ihr Vater war Kommunalpolitiker, ÖVP Bürgermeister.

00:49:02: Wir haben es auch schon gesagt eine Ausbildung in Elementar-Bedagorik gemacht als Kindergärterin und sind dann ans Volkstheater in die Schauspiel-Ausbildung gegangen.

00:49:13: Dass sie Schauspillerinnen werden, dass sich die Bühnen dieser Welt erobern und auch Kinoleinwände und Fernsehschirme ... War das schon ein bisschen ein Kindheitstraum?

00:49:24: War das eine Teenager-Vision?

00:49:28: oder hat es sich eigentlich durch Zufall ergeben, kann ja auch gewesen sein.

00:49:33: Wie würden Sie das beschreiben?

00:49:34: Ich glaube von Anfang an ist es ganz stark in mir angelegt gewesen.

00:49:38: Ich kann es nicht anders beschreiben als dass ich das Gefühl mich spielerisch ausdrücken zu wollen oder Geschichten erzählen zu wollen ...in andere Welten ab.

00:49:53: Das war immer das, was mich am meisten interessiert hat.

00:49:57: Im Kindergarten war es die Puppenecke.

00:49:59: Immer das Spiel mit den anderen und auch das in andere Rollen schlüpfen.

00:50:05: Die Puppenecke war ständig belegt.

00:50:07: Das hat mich ziemlich aggressiv gemacht im Kindergaten.

00:50:11: Dort habe ich schon Geduld begonnen zu lernen.

00:50:13: Es ist nicht wirklich geglückt aber ich arbeite noch immer dran.

00:50:16: irgendwann werde ich den Knoten knacken.

00:50:19: Ich habe geduldig gewartet darauf, weil es mir am meisten Spaß gemacht hat.

00:50:25: Ich habe überall in der Schule oder bei den Pfadfindern bei der Jungscha bei allen diesen Dingen, die man zur Verfügung gestellt bekommt an Jugendunterhaltung und Beschäftigungstherapie in den Achtzigerjahren, weil sonst hat er nichts gegeben bei uns außer den Kirchenkohodipfadfinder und die Jungschar.

00:50:43: Das hat sich das Angebot sehr erweitert.

00:50:45: Ich war überall dabei, was mir Spaß gemacht hatte mit Menschen zu sein dass immer am meisten interessiert hat, wie es den anderen geht und gespiegelt zu werden durch das Gegenüber.

00:50:54: Und das war es irgendwie so im deutschen Unterricht.

00:50:58: vorher hat man dann irgendwie auch bemerkt, wenn Sketsche gespielt werden sollen, dass da ein gewisses Talent vorhanden ist.

00:51:08: Ich kann mich erinnern mein Deutschprofessor der wunderbare Kurt Kralowitz hat irgendwann einmal gesagt wir machen jetzt die alte aus einem Neströsstück zufälligerweise diese Alte bekommen, zu lesen.

00:51:22: Das war für mich ganz klar, dass ich die Alte bin und das gibt ja einen schmalen Grad zwischen Perseflage und dem Versuch etwas darzustellen oder es versuchen sich so reinzuspüren, dass sie sich relativ nah an der Wirklichkeit bewegt.

00:51:36: Und das dürfte mir wohl gelungen sein, weil er dann irgendwie ... Es war die ganze Klasse still.

00:51:41: Ich hab mir gedacht, oh je!

00:51:43: Das ist aber jetzt ein schlechtes Zeichen?

00:51:45: Und das hat sich dann aber herausgestellt, dass die alle irgendwie

00:51:49: ...

00:51:50: Ja.

00:51:50: Also es war so... Er hat dann irgendwie lobend oder besonders hervorgehoben, dass das so authentisch war und so hat sich das so angesammelt, das Krippenspiel und also überall war meine Hand immer oben wenn's um Spielen ging und Darstellen Vor dem Spiegel, die Schauspielerinnen in der Zeit, die im Fernsehen gelaufen sind und die ich verehrt habe versucht nachzumachen.

00:52:19: Und zu schauen ob ich einen Gesichtsausdruck nachmachen kann oder wie das ist, wie es mit Emotionen ist.

00:52:26: Reden wir davon Meryl Streep?

00:52:29: Nein!

00:52:30: Von Audrey Hepburn eigentlich.

00:52:33: Und Catherine Hepburn und Romy Schneider hab' ich sehr verehre Marilyn Monroe.

00:52:40: Zu der Zeit gab es diese ganzen Klassiker in schwarz-weiß, die rauf und runter gespielt wurden.

00:52:48: So, und dann habe ich irgendwann mal in der Kindergärten, also im Elementarpädagoginnen Ausbildung wie man es jetzt nennt.

00:52:54: Glaubt sein Spiel?

00:52:54: Und ich hab mich gemeldet und das Spiel lautete du suchst deinen Beruf aus darfst ihn aber nicht sagen und musst dann in einem Heißluftballon in einem fiktiven Sitzen alle anderen raus argumentieren und sie dazu bringen dass sie aus diesem Heißlufballon der droht abzustürzen rausspringen und sich das Leben nehmen weil dein beruf da wichtigste ist und für die Komplexität.

00:53:20: Ja, es war nicht ... Ich darf nicht sagen, ich war Fahrer!

00:53:27: Und dann haben wir gedacht, wenn ich es tatsächlich schaffe... Ich wusste ja nicht, wie ich mir den Beruf ausgewählt hab, was die Aufgabe ist.

00:53:34: Aber ich habe so viel geredet, dass die anderen freiwillig aussingensprungen sind.

00:53:38: Wenn ich es schaffe als Fahrer die Welt zu retten, dann muss das irgendwas ... Dann habe ich irgendetwas in diesem Beruf verloren.

00:53:47: Und nun ist es ja so, dass Schauspielerei eine hochkompetitive Sache ist.

00:53:53: Also Zehntausende junge Frauenträume davon ans Theater zu gehen und die Burg zu erobern ... Ob's

00:54:02: Zehnteusende sind, müsstest du herausfinden?

00:54:05: Vielleicht

00:54:05: im ganzen deutschen Sprachraum werden schon viele sein!

00:54:10: Nur ganz viele fühlen sich berufend, nur wenige sind auch sehr wählt... War es schwer, relativ schnell Karriere zu machen?

00:54:21: Kann man dann auch recht früh in dem Spielfilm von Barbara Albert mitgespielt?

00:54:27: Na ja.

00:54:27: Relativ schnell war das nicht.

00:54:31: bin ich dann in die Schauspielschule gegangen, habe dort begonnen diesen Weg zu gehen und zu drehen oder so.

00:54:37: Die Karriere quasi das was dann sichtbar ist für eine breitere Öffentlichkeit.

00:54:42: Das hat dann ja erst zwölf, treizehn, vierzehn Jahre später begonnen.

00:54:46: Ich hab davor ganz viel im Vien-Imosabeltheater gespielt, den kleinen Bühnen.

00:54:53: Bin nie fest im Osabel gewesen Obwohl ich mir das am Anfang gedacht habe, dass das irgendwie mein Wunsch ist.

00:54:59: Aber es hat sich herausgestellt, es war niemals mein Wunscht und ich bin sehr froh, dass es nie so war.

00:55:04: Und so ist das langsam... Ich bin dann auf Werbekastings gegangen um Übung vor der Kamera zu bekommen.

00:55:11: Uns hab die Kasterinnen dort kennengelernt und so hat sich das ergeben.

00:55:15: Es hat sich eigentlich immer ergeben!

00:55:18: Ich wollte immer nur spielen und mit Menschen mich ausdrücken.

00:55:24: Und mich gegenseitig reiben und weiterbringen, das Geschichte erzählen.

00:55:31: Das war eigentlich ... In Kommunikation gehen in Kommunikationstreten nicht aufhören daran zu arbeiten.

00:55:37: Es hat sich dann so ergeben.

00:55:39: Gott sei Dank!

00:55:41: Es klingt schon, ich hab auch bei Ihnen immer, wenn ich Sie sehe im Fernsehen, ich habe immer das Gefühl es fällt Ihnen ganz leicht.

00:55:50: Ihre Arbeit fällt in ein ganz leichter.

00:55:53: Auch wenn Sie es jetzt erzählen, wie sich das ergeben hat ... Da ist nie was mit zusammengebissenen Zähnen oder damit.

00:55:57: ich muss, ich will nicht.

00:55:59: Ich glaube, dass das der Feind ist.

00:56:03: Sie strahlen eine unglaubliche Naturlichkeit und Leichtigkeit und selbstverständliche Lebendigkeit aus.

00:56:09: Ich weiß nicht, ob Stefan Thurner es sieht?

00:56:13: Er nickt!

00:56:15: Also, schwer war es nicht?

00:56:17: Sie haben schon ...

00:56:18: Schwer.

00:56:19: Der Weg ist schon schwer!

00:56:20: Man hat natürlich das Kompetative in unserem Bereich vorhanden.

00:56:24: Ich versuche weitgehend zu verdrängen, weil ich es als sinnlose achte.

00:56:33: Für mich hat der Beruf sehr viel, ich sage es noch einmal mit Kommunikation zu tun.

00:56:37: Mit Kommunikations zwischen uns die die Geschichten erzählen und denen die wir sie erzählen wollen nämlich dem Publikum.

00:56:44: das ist eine Art Unterhaltung ein in Kommunikion in Beziehung gehen auch wenn man sich nichts sieht aber Es löst etwas aus in den Menschen.

00:56:53: Ich spiele das ja nicht für mich also auch weil mir das Spaß macht.

00:56:56: Aber ich will hier eine Verbindung herstellen.

00:56:59: Und das ist so wie wenn man einen Lieblingsroman hat oder ein Buch liest, das muss nicht der Lieblungsroman sein.

00:57:06: Aber man liest ein Buch und denkt sich ich fühle mich angesprochen, ich fühl mich verstanden die Geschichte interessiert mich.

00:57:15: Dieses Buch hat irgendjemand auf der Welt... Ich würde jetzt das Beispiel Gabriel Garcia Marquez nehmen weil ich das liebe.

00:57:21: hundert Jahre Einsamkeit ist einer der fantastischsten Romane finde ich dies gibt und auch der fantasievollsten mit einer wunderschönen Sprachführung.

00:57:30: Der sitzt in Spanien und ich sitze in Wien.

00:57:33: Und lese dieses Buch, und automatisch fühle ich mich mit diesen Menschen verbunden.

00:57:38: Jeder andere Mensch,

00:57:40: wie

00:57:40: du jetzt nix und offensichtlich das Buch auch sehr schätzt ... geht damit eine Verbindung ein.

00:57:45: Es sind wie Netzwerke, die ... Ein Spinnennetz, das sich langsam aufbaut und wo man irgendwie das Gefühl hat, man versteht sich gegenseitig.

00:57:57: Das wiederum ist getragen von einem gegenseITigen Respekt.

00:58:00: Und wenn man sich gegseITich versteht und eine Basis geschaffen ist, dann ist es ja etwas ganz POSITIVES!

00:58:08: Und ich empfinde also meinen Beruf und das wäre für mich das Schönste oder ist immer das schönste Kompliment, wenn ich merke dass Leute ein Gefühl durch diese Arbeit bekommen haben.

00:58:19: Oder durch eine Figur die ich gespielt habe sich verstanden gefühlt haben oder berührt waren oder nachdenklich geworden sind oder lachen mussten und sich unterhalten fühlten oder so stellt für mich eine Beziehung her und es ist für mich Das Schönste Wenn Menschen das Gefühl haben dadurch nicht allein zu sein weil Ich glaube letztendlich spiele ich auch gegen das Alleinsein an.

00:58:41: Gegen

00:58:42: ihr

00:58:43: eigenes?

00:58:44: Ja, klar natürlich.

00:58:45: Jeder trägt so eine Angst vorm leeren Raum und ... Wer bin ich wenn ich alleine bin?

00:58:53: Ich wüsste ja gar nicht... Es gibt niemanden der mich reflektiert oder spiegelt oder der sagt du tust mir Leid oder ich finde dich toll oder du bist scheiße.

00:59:02: Du brauchst ja eine Reibung vom Gegenüber.

00:59:04: Sonst wüsste ich gar nicht,

00:59:06: wer

00:59:06: ich bin?

00:59:09: Die Vorstellung allein auf einer Insel aufzuwachsen würde bedeuten, ich habe keine mir zugeschriebenen

00:59:14: Eigenschaften.".

00:59:16: Es geht auch in ihrer Arbeit um das Wunder der Resonanz!

00:59:20: Und das Wunder der Resonanz,

00:59:22: genau.

00:59:22: Und Resonanzen?

00:59:23: Stefan Thuner ist er da immer wieder beim Homo Sapiens und bei den Gruppen, die ihn in der Savanne gemeinsam überlebt haben?

00:59:30: ohne Resonance verlieren wir uns selbst.

00:59:33: Ganz genau!

00:59:35: Stefan Thuner wie war's denn bei Ihnen Ihre Liebe zur Physik aus der sich die Komplexitätsforschung dann ergiven hat?

00:59:43: Wann ist denn die Ihnen erwacht?

00:59:45: Ich glaub mit rund um fünfzehn, vierzehn-fünfzehn ...

00:59:49: War es auch ein charismatischer Lehrer oder eine Lehrerin?

00:59:52: Das

00:59:52: waren ein paar Begegnungen.

00:59:56: Irgendwann habe ich so den Wunsch entwickelt, den Schöpfungsplan besser zu verstehen.

01:00:04: Oder wie nah kann man da dran kommen?

01:00:07: und ... Also jetzt wirklich eine fast religiöse

01:00:11: Frage.

01:00:12: Ja also ...

01:00:13: Waren Sie auch bei der Jungscha?

01:00:15: Pfadfinder!

01:00:20: Dann eine Begegnung mit dem Friedrich von Weizsäcker.

01:00:26: Der Tourist in Tirol war oft ...

01:00:31: Eine wirkliche

01:00:32: persönliche Begegnung?

01:00:33: Ja, ja.

01:00:34: Wie hat sich das ergeben?

01:00:36: Ein Großonkel von mir war der Arzt von ihm in Osttirol.

01:00:44: Und irgendwann hat er gesagt, junger Mann!

01:00:49: Wenn dich das interessiert, dann musst du Physik studieren.

01:00:57: Irgendwo habe ich verstanden ... Wenn man alle Naturphänomene verstehen will, muss man wissen wie die Elementarteilchen zusammenhalten war.

01:01:06: es hält die Welt zusammen.

01:01:08: vier Grundkräfte und das wollte ich studieren und verstehen.

01:01:15: Das lernt man Elementarteilen in der Physik Und am Schluss lernte man da das richtige Ding.

01:01:21: Das ist das Standardmodell.

01:01:24: Und da es erklärt, was die Welt zusammenhält ...

01:01:28: Das Standardmodel?

01:01:28: Das

01:01:29: Standard-Modell.

01:01:29: Okay!

01:01:30: Es klingt ...

01:01:31: Ah, vielleicht

01:01:33: skizzieren Sie's

01:01:34: gar nicht.

01:01:35: Na, das deinhaltet alle verschiedenen Elementarteilchen und die Teilchen, die die Elementarteilen zusammenhalten.

01:01:44: Die halten nämlich zusammen weil sie etwas austauschen.

01:01:47: Ja.

01:01:47: Die sind auch im Austausch.

01:01:49: Und das bringt... Das führt zu diesen vier elementaren Grundkräften.

01:01:55: Die Gravitation, die elektromagnetische Kraft, die können wir auch, wenn man auf was Geladenes hingreift... ...die starke Kernkraft und die schwache Kernkraft.

01:02:08: Und

01:02:10: diese vier?

01:02:12: Das erklärt nach heutigen Wissen nach wie vor... Das ist ja

01:02:19: alles gar nicht zu schwer, wenn man so geführt vor der Physik.

01:02:22: Das erklärt fast jedes Naturphänomen?

01:02:24: Es wird immer wieder angegriffen, soweit ich das in den Ö1-Wissenschaftssendungen mitbekomme.

01:02:31: Auch das Standardmodell wird hinterfragt.

01:02:34: Aber es gibt kein Phänomen, dass sich damit bis jetzt noch kein Experiment oder Phänomene widerlegt hätte.

01:02:44: Klar muss ich, um Förschungsgeld zu kriegen.

01:02:46: Wir challenging das und neue Physik finden ... Und sie wollen

01:02:50: vielleicht nicht so gescheit, dass man das im Radio sagt?

01:02:53: In einer FWF-Gesponsortenveranstaltung.

01:03:00: Also es war ...

01:03:01: Ich hab das dann gelernt mit großer Begeisterung und war dann unendlich enttäuscht durch dieses Standardmodell weil das war nicht ein großer Wurf oder ein ästhetisches Gemälde, sondern ein

01:03:21: Standardmodell.

01:03:22: Ein

01:03:23: relativ was einfaches?

01:03:25: Was zusammengekleistert ist.

01:03:27: Das braucht es und das braucht's und das hängt so zusammen ... Aber

01:03:32: was haben Sie sich erwartet?

01:03:34: Schon mehr!

01:03:41: Na gut, oft sind ja Enttäuschungen im Leben des Illusionierungen wichtige Anstoßberichten zu ändern.

01:03:48: Einer der zu diesem Standardmodell beigetragen hat war der Murray Gellmann.

01:03:55: Der Nobelpreist träge da die Quarks aufrunden.

01:03:58: Wichtige Bestandteile von den Neutronnen und Protonen.

01:04:07: Den habe ich dann immer noch als junger Mensch ... am Santa Fe-Institut kennengelernt.

01:04:12: Mein Idol, man plötzlich zum Angreifen.

01:04:16: und was hat der getan?

01:04:17: Der hat nichts mehr mit Physik zu tun gehabt seit seiner Nobelpreisrede, sondern hat sich beschäftigt.

01:04:25: wie breiten sich die Sprachen in den amerikanischen Kontinenten aus?

01:04:33: Historisch jetzt Linko, Frage ist Deutsch.

01:04:34: Historisch

01:04:35: für die letzten dreißigtausend Jahre Kollegen das Wörterbuch des Proto-Indokaukasischen geschrieben.

01:04:47: Großartig!

01:04:48: Da habe ich gelernt, dass man das noch sehr viel mehr die Welt zusammenhält und hab dann einsehen müssen, dass sich von der sozialen Welt für Physiker okay, aber für alle anderen nicht ... Von der sozialem Welt nichts weiß wie das zusammenhält Und hab das ein bisschen kompensiert mit einem Sozialwissenschaftlichen Studium.

01:05:13: Und so kam die Komplexitätsforschung langsam, aber unaufhaltsam in ihr Leben?

01:05:18: Langsam.

01:05:19: mit diesen Begegnungen habe ich gelernt ... Das ist ein wichtiger Punkt.

01:05:25: Bis dorthin habe ich immer an Problemen gearbeitet, die mir andere gesagt haben, dass das wichtige Probleme sind.

01:05:31: Wo ich gesehen hab, dass Murray Gellmann was komplett Verrücktes macht.

01:05:35: Aber ihn interessiert das, dass man sich selber die Fragen geben muss und kann!

01:05:41: Und es braucht natürlich ein bisschen Ego.

01:05:45: Das kann man aber lernen, mit dem bin ich nicht geboren.

01:05:51: und

01:05:52: echte Botschaft

01:05:52: ...

01:05:55: Dass

01:05:55: man sich hinein hört und fragt, was interessiert mich wirklich?

01:05:58: Und egal was das ist, ich kann ja probieren jetzt mal wissenschaftlich zu formulieren ob dann Schluss in Topfen ist oder nicht.

01:06:06: Wie ließ in Topfem!

01:06:08: ist das ja so, dass Komplexitätsforschung nicht nur in Wien betrieben wird.

01:06:12: Sondern auch an anderen Orten der Welt?

01:06:14: Wie lange gibt es eigentlich schon Komplexität-Forschung?

01:06:19: Das hängt davon ab, was komplexitäte Forschung ist.

01:06:23: Ich glaub ... Ja.

01:06:26: Es hat Vorläufe in der Kybernetik.

01:06:28: Das gibt's in den Siebzigerjahren.

01:06:30: Dann gibt's dann noch Herrn von Förster und Bertalanffy.

01:06:33: Die sind noch ein bisschen sechziger Jahre, siebzig Jahre.

01:06:37: Ähm... die sehen Komplexität von einer sehr diskriptiven Seite und beschreiben mit viel Worten und Text, was Komplexität in der Blick ist.

01:06:51: Dass man das auf Daten

01:06:53: mit

01:06:54: naturwissenschaftlichen Methoden anfängt zu verstehen, das gibt es seit den neunzigern Jahren.

01:07:01: Seit ... Die Gründung des Santa Fe Instituts war so der Anfang, wo ein Handvoll Leute auf den Unis gekündigt haben, unter anderem dieser Murray Gellmann und dann gesagt... Auf den Uni verlieren wir viel zu viel Zeit mit sinnloser Committees und bürokratischem Kram.

01:07:24: Wir wollen in unserem restlichen Leben noch wirklich das machen was wir wollen und haben dieses Institut gegründet.

01:07:29: Ein Physiker, ein Ökonom, Ken Arrow und noch eine Handvoll Leute.

01:07:39: Das ist so ungefähr die Geburtsstunde.

01:07:43: Sie sind am Anfang, die ersten zehn Jahre waren sie winzig klein und unsichtbar.

01:07:48: Dann hat aber ein Buch gegeben von einem Journalisten.

01:07:52: das ist ein Bestseller geworden.

01:07:53: und dann war das

01:07:56: Feld ...

01:07:59: Ich glaube Complexity heißt es von...

01:08:05: Unsere Hörerinnen und Hörern, kein Problem.

01:08:11: Stefan Thuner, der Wissenschaftsstandort Österreich.

01:08:15: Sie sind mittendrin, sie mischen an prominenter Stelle mit dem österreichischen Wissenschaftsbetrieb.

01:08:22: Was würden Sie sagen?

01:08:23: Wie gut ist dieses Land aufgestellt auch im europäischen Vergleich, was die Qualität der Forschung der Wissenschaft betrifft?

01:08:32: Welche Rolle spielt auch der Forschungsfonds FWF bei der Finanzierung von den Forschungsvorhaben?

01:08:38: Ich

01:08:41: glaube, es ist ein super Forschungsstandort.

01:08:49: Es wachsen Talente nach.

01:08:55: Das sieht man vor allem im Ausland wenn man an amerikanischen Elite-Unis ist.

01:09:02: die Anzahl von Österreicherinnen die man dort trifft ist überproportional.

01:09:09: Wir haben, glaube ich, relativ gute Fun, sollte man nie sagen, Funding-Situation.

01:09:17: FF spielt eine extrem wichtige Rolle in der Grundlagenforschung an den Unis ermöglicht.

01:09:30: Wenn ich etwas Kritisches sagen würde, würde ich sagen dass wir ein bisschen zu viel das Inkrementelle beforsten, dass wir zu wenig unsere jungen Forscherinnen dazu motivieren, out of the box zu denken.

01:09:57: Und nicht die Standardmodelle, die man schön gelernt hat und die der Professor gut kann und die die Community gut kennt, dass man da so einen inkrementellen Beitrag leistet.

01:10:12: Ein Feld, eine Bubble.

01:10:16: Aber sie löst nichts mehr und irgendwann ist sie veraltet.

01:10:19: aber dann in Österreich lebt das halt immer noch und stirbt nicht.

01:10:25: Also was mal ein bisschen frecher ist mutiger unkonventioneller?

01:10:31: Unkonventionell

01:10:32: dass man versucht die... Immer mit dem frischen Blick an die offensichtlichen Probleme heranzugehen und mit gutem Handwerkszeug, also dann den Grundlagen.

01:10:52: Das was man lernt oder lernen sollte auf dem Unis, mit Mathematik zum Beispiel in dieser Sprache formulieren bisschen mehr frech und ein bisschen unkonventioneller.

01:11:08: Aber darf man das im österreichischen Wissenschaftsbetrieb?

01:11:11: Ist denn das gern gesehen?

01:11:13: Man darf es natürlich, es ist nur nicht unbedingt förderlich der Karriere.

01:11:17: Das ist kein österreichisches Problem!

01:11:20: Ich muss was publizieren, was möglichst viele Leute zitieren.

01:11:26: Und wo sind am meisten Leute in Mainstream?

01:11:32: Die muss ich erreichen damit die mich zitieren Und dann bin ich erfolgreich.

01:11:36: Das ist aber ... Dann verstärk ich den Mainstream und die Entdeckungen, Wissenschaft ist dafür da, Erfindungen zu machen, finde ich nicht im Mainstream.

01:11:52: Im Mainstream ist es leer gefischt.

01:11:54: Meistens die toten Fische schwimmen im Main stream.

01:11:58: Ist jetzt dumm übertrieben, aber ein bisschen mehr ... Das braucht auch die Anreize, die Wissenschaftsföder-Institutionen wie der FWF ändern könnten.

01:12:25: Dass man für kreative Out of the Box Sachen belohnt wird in irgendeiner Form.

01:12:32: aber das ist ... Unheimlich schwierig.

01:12:37: Ich verstehe, warum die Sache im Weltsohn ist wie sie ist ...

01:12:43: Das würde ich auch gerne verstehen.

01:12:44: Warum die Welt so ist wie

01:12:45: Sie ist?

01:12:47: Das würde mich so gern verstehen!

01:12:49: Ursula Strauss, wir leben in Zeiten von gar nicht zu wenigen Leuten als bedrohlich empfunden werden auf ganz vielen Feldern.

01:12:59: Es ist zu beobachten... Europa in der westlichen Welt, auch in Österreich ein deutlicher Rechtsrück in der Gesellschaft.

01:13:08: Wenn man sich umschaut sieht man, weiß nicht ob das früher so stark war eine... Stacke Esoterik-Welle auch durch das Land gehen, Verschwörungstheorien blühen.

01:13:20: Auch eine autoritäre Form von Rechteresoterik ist sehr populär bei vielen Leuten.

01:13:27: Auch das Thema Wissenschaftsfeindlichkeit wird völlig zurecht diskutiert.

01:13:33: Mit welchen Gefühlen beobachten Sie diese Gemengelage, mit der wir uns da konfrontiert sehen?

01:13:41: Da könnte einem doch schon ein bisschen blümarant zum Mutte werden.

01:13:47: Schönes Wort.

01:13:47: Blümerant.

01:13:48: Das habe ich lange nicht mehr gehört.

01:13:50: Ja, mit welcher Gefühlslage beobachte ich das?

01:13:53: Ich bin bemerke mitunter eine große Angespanntheit ... Man kommt ja auch nicht daran vorbei, dass diese Welt ein bisschen aus den Fugen geraten ist.

01:14:05: Ich habe sehr stark das Gefühl ... Das wohnen so zwei Seelen in meiner Brust, weil einerseits finde ich es natürlich ganz notwendig und wichtig, dass der Mensch den Forschergeist in sich trägt und sich immer wieder neu erfindet und die Welt neu erfindet und entdeckt.

01:14:21: Und finde ja auch diesen Satz furchtbar.

01:14:24: früher war alles besser.

01:14:26: Etappe mich aber manchmal dabei, Ich denke, bevor das Handy da war, war ich entspannter.

01:14:35: Oder nicht nur ich, sondern ich bemerke halt einfach so die Entwicklung des Leute in der Straßenbahn sitzen und uns nur mehr aufs Handy schauen.

01:14:44: abgesehen davon dass wir alle Haltungsschäden bekommen bekommen wir auch Gefühlsschädigungen weil wir ja nicht mehr miteinander sind.

01:14:52: So und jetzt ist es natürlich eine großartige Entwicklung, die da passiert ist.

01:14:57: Diese technologische Revolution würde ich nennen aber wir kommen irgendwie nicht hinterher habe ich den Eindruck also mein Nicht-Ichbekommen in meiner Familie gibt's viele Wissenschaftler bin es ja nicht und finde die Wissenschaft ganz toll.

01:15:13: Ich finde das großartig alles, finde es hochinteressant.

01:15:16: Leide manchmal drunter, dass ich für sie nicht so gut verstehe, finde ein wahnsinnig interessantes Feld und habe das Gefühl, dass man sich auch als Mensch wahnsinnigt weiterentwickeln kann wenn man sich mit diesen Dingen mehr beschäftigt.

01:15:31: aber ihr habt so das Gefühl das alles was dem Ruder läuft.

01:15:38: Für mich ist es hauptsächlich, mir geht das alles zu schnell.

01:15:43: Ich kann nicht folgen, weil ich eben nicht ein Hirn habe, dass mathematische Vorgänge so gut versteht.

01:15:48: oder vielleicht rede ich mir auch nur ein, dass ich ein Hirnhap des mathematischen Vorgängens nicht so gut verstehe, weil aus irgendeinem Grund Angst vor Zahlen habe oder es liegt an meinem wirklich schlechten Mathematikprofessor der mir es einfach nicht erklären konnte.

01:16:02: So, gibt ja viele verschiedene Gründe.

01:16:05: Ich merke an mir selber das je älter ich werde, desto mehr interessieren mich diese Dinge, destso mehr jagere ich mich über Versäumnisse die ich selber gemacht habe weil ich einfach so Panik hatte davor.

01:16:17: Aber ich glaube eben, dass diese Vernetzung der ganzen Welt so schwer auf unseren Schultern ruht.

01:16:24: Und das ist natürlich logischerweise ... Ich hab.

01:16:28: jeder Mensch hat so viel Zugang zu vielen verschiedenen Haltungen und Meinungen.

01:16:33: Dann kommt ein Zorn gegen das Establishment dazu, weil die Problematik ... die wir alle wissen, die Armreichschere klafft immer mehr auseinander.

01:16:44: Die Leute fühlen sich verloren und verlieren sich selber immer mehr.

01:16:47: Es ist so ein Teufelskreis, dadurch dass man sich ständig mit Oberfläche beschäftigen muss und immer abgelenkt ist, weil es ständig irgendwelche Ablenkungen gibt, verliert man sich selber durch den Kontakt zum Gegenüber und verliert dadurch auch ein bisschen dem Boden unter den Füßen.

01:17:08: Es ist zu viel Ablenkung und Dinge, die man nicht versteht machen einem Angst.

01:17:13: Und dann beginnt man auf Leute so höher an die Bullshitreden, weil sie Likes generieren wollen oder Follower haben wollen ... Oder eine gewisse Form von Macht ausüben wollen auch wahrscheinlich.

01:17:29: Das ist alles für Leben in einer sehr verführerischen Zeit, die aber wenig zurückgibt.

01:17:35: so oder wenig Inhalt bietet.

01:17:36: Und das finde ich schon beängstigend, auch was jetzt kürzlich diese wie in einem Spionage-Film sich abspielenden Pager die explodieren und es ist ... Die Kriegsführung wird zu einer anderen.

01:17:52: Es wird alles noch entmenschlichter als es jetzt schon.

01:17:55: also als es Krieg ist ja immer eine Grauenenten.

01:17:57: Also brauche man nicht darüber reden was Krieg bedeutet.

01:18:01: Ich habe es nicht selber erlebt.

01:18:03: Ich bin dankbar, dass ich's nicht erlebt habe aber ich habe genug mit Menschen zu tun gehabt die an den Folgen sehr leiden oder gelitten haben.

01:18:13: Menschen, die fliehen wie sie alles an der Tagesordnung das Menschen ihre Heimat verlassen müssen und irgendwo ankommen wollen wo sie ihnen besser geht und da werden die Türen verschlossen vor Angst also dass etwas weggenommen wird von dem Überfluss, den wir ja eh haben.

01:18:34: Leider Gottes ist es so komplex ... Wir leben in einer ... Diese Welt ist so komplex wie sie noch nie war und die Leute haben Sehnsucht nach einfachen Lösungen.

01:18:46: Das kann aber nicht funktionieren.

01:18:52: ist aber natürlich sehr verführerisch daran zu glauben.

01:18:57: Das ist wie eine Waschmittelwerbung, wir haben in der Schule für Elementarpädagogik und in Soziologie über Werbung das Phänomen Werbung gesprochen.

01:19:10: Das ist natürlich super, wenn ein Leiberl dreckig ist und in einem kurzen Spot wird mir gezeigt.

01:19:16: Dann nehme ich das Mittel und dann ist es wieder strahlend sauber.

01:19:19: Das ist so die Lösung oder das Problem man geht es an und es ist gelöst.

01:19:26: Funktioniert sehr gut, ist einfach und angenehm ja aber das ist halt leider nur Werbung.

01:19:31: Meistens ist auch so dass das Waschmittel den Fleck nicht.

01:19:36: wie man aus eigener Erfahrung, wenn man Wäsche wäscht sagen kann.

01:19:41: Es ist

01:19:41: nicht einfach ... Man

01:19:43: muss mit einer gewissen Unreinheit auf dieser Welt leben, so ist es!

01:19:47: Stefan Thurner ein Terminus der seit zwanzig dreißig Jahren auch immer wieder durch die sociologische Diskussion geistert.

01:19:55: Stichwort Komplexität ist das Wort Komplexitätsreduktion.

01:20:01: Es gibt eine große Sehnsucht viele Menschen eben Komplexität heruntergebrochen, wie dazu finden auf relativ zwei-, drei relativ einfache Thesen damit man die Welt einfach überhaupt erträgt.

01:20:15: Dieser Erfolg der neuen radikalen autoritären Rechten in ganz Europa – Die Verschwörungserzählungen mit denen sie operieren, die bieten ja genau das.

01:20:28: Sie reduzieren die Komplexkeit?

01:20:31: Nein, sie sagen dass sie ... Sie machen ein Theater, in dem sie suggerieren, dass sie Komplexität reduzieren.

01:20:42: Oder sie reduzieren es verbal.

01:20:44: Aber sie reduziert natürlich sehr oft dann keinen Plan wie man wirklich Komplexidät reduzieren kann.

01:20:52: Komplexitet ist was Schönes oder Faszinierendes ... Ich finde, Komplexität ist was Schreckliches.

01:21:06: Wirklich?

01:21:06: Es ist nichts Schönes.

01:21:08: Das ist das Ende unseres Verständnisses und meistens sind es die Netzwerke, die in letzter Zeit eben so wahnsinnig zunehmen.

01:21:21: Und deswegen glaube ich ... Die Beobachtung dass es noch nie so komplex war absolut richtig.

01:21:33: Wissenschaft hat bei den bis jetzt, in den einfachen Systemen ein bisschen Komplexitätsreduktion machen können.

01:21:42: Dass nicht mehr die Geister und die Elfen und die Götter alles bestimmen, sondern dass es ein paar Regeln gibt, die viel erklärbar machen.

01:21:50: Standardmodell?

01:21:52: Ja natürlich!

01:21:57: Und eventuell gelingt uns mit diesen großen Datensätzen ... auch etwas, wo ich nicht weiß ob das gelingen wird oder nicht.

01:22:06: Aber eine Reduktion von Komplexität in dem Sinn dass man stark vernetzwerkte Systeme

01:22:15: auf bestimmte Gesetze mäßig herauslesen kann an denen man sich vielleicht orientieren kann.

01:22:21: Genau

01:22:22: viele dieser Systeme und das ist die einzige Hoffnung glaube ich gibt es sehr schnell.

01:22:30: Bei manchen komplexen Systemen wollen wir das nicht kippen.

01:22:34: Und bei manchen wollen wir, dass sie schon kippt.

01:22:37: Wenn was in einem schlechten Status ist, dann wollen wir es kippern und einen besseren Status kommen.

01:22:43: Dass es Klima kippert, wollen wir nicht.

01:22:46: Ein Riesenteil der Komplexitätsforschung sind diese KIP-Punkte an diesen sehr speziellen Punkte ab, wo's dann kippet und nie wieder zurück ... kommen kann in den ursprünglichen Zustand.

01:23:00: Das ist eine Hoffnung, dass man da neue Landkarten generiert.

01:23:07: wo man sieht das sind diese Kipppunkte und dann wollen wir hin und da wollen wir garantieren nicht hin.

01:23:13: wenn man da ein bisschen Kompass hätte und der Landkarte dann wäre glaube ich schon großer Schritt nach vorne.

01:23:20: Dass wir komplexe Systeme richtig managen können Komplexität zu reduzieren, dass sie managebar wird und uns verständlich ist.

01:23:29: Wie wir sie managen, glaube ich sind wir weit weg.

01:23:34: Ursula Strauss, ich richte meine letzte Frage an Sie und greife noch einmal das Gedankenspiel von Beginn unserer Gesprächs auf.

01:23:44: Sie wie auch ich haben jetzt aufmerksam den ganzen Abend zugehört.

01:23:48: dem Stefan Thurner Nehmen wir an, Sie spielen diese Komplexitätsforscherin im Santa Fe-Institut in den USA.

01:23:58: Eingedenk all dessen was wir heute Abend gehört haben würden sie sich eher als verzweifelte Frau anlegen oder doch eher als eine Kämpferin die dran bleibt?

01:24:11: Ich würde Sie so komplex wie möglich anlegen was beinhaltet dass sie eine Verzweiflung in sich trägt und trotzdem weiter kämpft.

01:24:18: ich bedanke mich für die angeregte Diskussion.

01:24:21: Ich bedanke mich für dieses Schlusswort.

01:24:24: Vielen Dank an Stefan Thurner und Ursula Strauss, und Ihnen danke ich für Ihr Interesse!

01:24:31: Alles Gute noch! Das war die Aufzeichnung der Veranstaltung “Was die Welt zusammenhält” mit Ursula Strauss und Stefan Thurner im Radiokulturhaus Wien vom 4. Oktober 2024. Moderiert hat Günter Kaindlstorfer.Die Gesprächsreihe “Was die Welt zusammenhält” 

01:24:57: findet in Kooperation zwischen dem österreichischen Wissenschaftsfonds FWF, dem ORF Radiokulturhaus Wien und Radio Ö1 statt.

01:25:06: Weitere Geschichten aus der Forschung und Folgen unseres Podcasts findert ihr auf scilog.fwf.ac.at.

01:25:15: Den Link dazu gibt es auch in den Shownotes.

01:25:18: Ciao Baba!

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